Das diabetische Makulaödem 

Eine frühe Diagnose ist wichtig für die Behandlung

Wenn es als Folge der durch den Diabetes gestörten Blut-Retina-Schranke zu Kapillarleckagen und Flüssigkeitsansammlungen im Bereich des schärfsten Sehens (Makula) kommt, spricht man von einem diabetischen Makulaödem (DME). Aufgrund von Studien wird davon ausgegangen, dass 7 % der Diabetiker zwischen 20 und 79 Jahren von der Erkrankung betroffen sind.2

 

Stadieneinteilung des diabetischen Makulaödems2

Es existieren verschiedene Einteilungen für das diabetische Makulaödem, die sich an Untersuchungsbefund und klinischer Ausprägung orientieren. Eine gebräuchliche Klassifikation ist die Einteilung in drei Schweregrade anhand der Entfernung von Netzhautverdickung und Exsudaten zum Zentrum der Makula.2

  • Mildes DME: bei diesem sind einzelne isolierte Netzhautareale betroffen
  • Moderates DME: hier sind bereits weite Flächen betroffen, sodass das Ödem nur schwer abgrenzbar ist
  • Schweres DME: die foveale avaskuläre Zone ist durch den Verschluss von Kapillaren vergrössert

 

In allen drei Formen kann die DME zentral und signifikant sein, sodass die direkte Umgebung der Sehgrube betroffen ist. Da die DME eine grosse Bedrohung für die Sehstärke darstellt, muss sie schnellstmöglich und konsequent behandelt werden.2

 

Symptome des diabetischen Makulaödems

Durch ein rasches Fortschreiten der Erkrankung entwickeln sich zunehmend Symptome, wie:3,4

  • Leseschwierigkeiten bis zum Verlust der Lesefähigkeit
  • Farbsinnstörungen
  • Verschwommensehen 
  • Verzerrtsehen
  • Erblindung 

 

Diagnose des diabetischen Makulaödems

Für die Diagnose eines diabetischen Makulaödems stehen unterschiedliche Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung.3,4

Im Fokus stehen dabei:

  • die Sehschärfe 
  • der vordere Augenabschnitt 
  • der Augenhintergrund mit binokular-biomikroskopischer / Funduskopie (bei erweiterter Pupille)
  • optische Kohärenztomografie (OCT) – hierbei handelt es sich um eine dreidimensionale Schnittbilddarstellung der Makula. Sie wird zur Differenzialdiagnose und zur Verlaufskontrolle des diabetischen Makulaödems eingesetzt.
  • Fluoreszenz-Angiografie (FLA) – Kontrastmitteldarstellung der Netzhautgefässe zur Einschätzung des Gefässstatus beim Makulaödem.

Diagnosemethoden der DME

 

 

Referenzen:

  1. Yau JWY, Rogers SL, Kawasaki R, et al. Global Prevalence and Major Risk Factors of Diabetic Retinopathy. Diabetes Care 2012; 35(3):556–64.
  2. Wilkinson CP, Ferris 3rd FL, Klein RE, et al. Proposed international clinical diabetic retinopathy and diabetic macular edema disease severity scales. Ophthalmology 2003; 110:1677–82.
  3. Hammes HP, Lemmen KD, Bertram B. Diabetische Retinopathie und Makulopathie. Diabetologie 2020; 15(Suppl 1):S175–S180. DOI 10.1055/a-1194-1638
  4. https://www.diabetes-auge.de/index.php/diabetische-augenerkrankungen/fru.... (letzter Zugriff 02.12.2020).
CH2103112960
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