Das Melanom ist die fünfthäufigste Krebsart in der Schweiz: Pro Jahr erkranken rund 2’800 Menschen daran.14 Für eine möglichst günstige Prognose ist es wichtig, so schnell wie möglich die richtige Diagnose zu stellen, um dann frühzeitig mit einer adäquaten Behandlung beginnen zu können. Dazu sind mehrere Schritte erforderlich.

Ergibt sich der Verdacht auf ein Melanom, lässt sich dieser mit Hilfe der ABCD-Regel systematisch überprüfen (Abbildung 3). Um die Diagnose «Melanom» zu bestätigen, untersucht die Fachärztin/der Facharzt für Dermatologie den veränderten Naevus mit einem Dermatoskop (Auflichtmikroskop) näher bzw. führt eine Exzisionsbiopsie mit anschliessender histologischer Begutachtung durch.15

Abbildung 3: ABCD-Regel bei der Diagnose des Melanoms. A, Asymmetrie: Eine Seite des Leberflecks unterscheidet sich in der Form von der anderen; B, Begrenzung: Die Ränder sind unregelmässig und unscharf; C, Verschiedene Farbe (Color): Die Läsion weist Farbvariationen auf (schwarz, grau, braun, rot, weiss); D. Dynamik: Veränderung der Läsion über die Zeit (z.B. Grösse, Farbe). (adaptiert nach 16)

Für einen Behandlungsplan ist es wichtig, das Stadium des Melanoms gemäss der TNM-Klassifikation zu bestimmen. Diese beinhaltet die Untersuchung der Grösse und Dicke der Hautläsionen (Tumor), der Anzahl der beteiligten Lymphknoten (Nodi) und des Vorhandenseins von Fernmetastasen (Metastasen). Bei Verdacht auf Metastasen müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Je nach Ergebnis der TNM-Klassifizierung kann ein Melanom in fünf Stadien (zzgl. Unterstadien) eingeteilt werden (Tabelle 1):17

Tabelle 1: Stadieneinteilung des Melanoms (adaptiert nach 17)

Stadium

Primärtumor Metastasen

Stadium 0 (Melanom in situ)

Krebszellen haben sich noch nicht weiter in die tieferen Hautschichten oder andere Körperteile ausgebreitet.

Es sind keine Metastasen nachweisbar.

Stadium I

Je nach Dicke des Tumors und dem Fehlen oder Vorhandensein von Ulzerationen werden 2 Unterstadien unterschieden.

Es sind keine Metastasen nachweisbar.

Stadium IA

  • Tumor <1 mm, keine Ulzerationen nachweisbar

 

Stadium IB

  • Tumor <1 mm, Ulzerationen nachweisbar oder
  • Tumor 1 bis 2 mm, keine Ulzerationen nachweisbar

 

Stadium II

Je nach Dicke des Tumors und dem Fehlen oder Vorhandensein von Ulzerationen werden 3 Unterstadien unterschieden.

Es sind keine Metastasen nachweisbar.

Stadium IIA

  • Tumor: 1 bis 2 mm, Ulzerationen nachweisbar oder
  • Tumor: 2 bis 4 mm, keine Ulzerationen nachweisbar

 

Stadium IIB

  • Tumor: 2 bis 4 mm, Ulzerationen nachweisbar oder
  • Tumor >4 mm, keine Ulzerationen nachweisbar

 

Stadium IIC

  • Tumor >4 mm, Ulzerationen nachweisbar

 

Stadium III

Das Melanom hat sich auf die Lymphknoten ausgebreitet. Je nach dem Fehlen oder Vorhandensein von Ulzerationen sowie der Anzahl und Ausprägung der Lymphknoten-Metastasen werden drei Unterstadien unterschieden.

Es sind Lymphknoten-Metastasen nachweisbar.

Stadium IIIA

  • jede Tumordicke, keine Ulzerationen
  • mikroskopische Metastasen (klinisch okkult) in bis zu 3 Lymphknoten

Stadium IIIB

  • jede Tumordicke, Ulzerationen nachweisbar, mikroskopische Metastasen (klinisch okkult) in bis zu 3 Lymphknoten oder
  • jede Tumordicke, keine Ulzerationen, bis zu 3 makroskopische nodale Metastasen oder
  • jede Tumordicke, keine Ulzerationen, Satelliten- und/ oder In-transit-Metastasen.

Stadium IIIC

  • jede Tumordicke, Ulzerationen nachweisbar, bis zu 3 makroskopische nodale Metastasen oder Satellit(en) oder In-transit-Metastase(n) ohne regionäre Lymphknotenmetastasen oder
  • jede Tumordicke ± Ulzerationen, 4 oder mehr makroskopische nodale Metastasen oder verbackene Lymphknoten- bzw. Satelliten- und/oder In-transit-Metastasen mit regionären Lymphknotenmetastasen

Stadium IV

Das Melanom hat sich auf ein oder mehrere andere Organe ausgebreitet, weist also Fernmetastasen auf.

 

Etwa 50% der Patienten mit Melanom weisen eine BRAF-Mutation auf, davon rund 75% eine BRAF-V600E-Mutation, 20% eine BRAF-V600K-Mutation und 5% eine andere Form.18 Da die Therapie mit Tafinlar® + Mekinist® nur bei Vorliegen einer BRAF-V600E/K-Mutation indiziert ist, muss der Mutationsstatus der Patienten vor der Behandlung ermittelt werden.1,2

Gemäss der ESMO-Leitlinie für Diagnose, Behandlung und Follow-up des kutanen Melanoms sind Tests auf behandelbare Mutationen wie BRAF-V600 obligatorisch bei Patienten mit resezierbarem oder inoperablem Stadium III oder Stadium IV (Evidenzgrad I, Empfehlungsgrad A) und werden dringend empfohlen nach einer Hochrisiko-Resektion im Stadium IIC.19 Die aktuelle NCCN-Leitlinie für das kutane Melanom empfiehlt ebenfalls einen BRAF-Mutationstest bei Patienten im Stadium III mit hohem Rezidivrisiko.20

CH2012174372
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