Psoriasis – keine reine Hautkrankheit

Psoriasis, umgangssprachlich auch Schuppenflechte genannt, ist eine schwerwiegende, systemische Krankheit mit charakteristischen Hautsymptomen und diversen Komorbiditäten. Betroffene haben eine stark eingeschränkte Lebensqualität und werden häufig von den Mitmenschen stigmatisiert.1

 

Epidemiologie und Krankheitslast

Mehr als 100 Millionen Menschen weltweit sind an Psoriasis erkrankt, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO).1 Die Prävalenz der Psoriasis unter der erwachsenen Bevölkerung der westeuropäischen Länder beträgt etwa 2 %. In der Schweiz sind etwa 180.000 Menschen betroffen.3,4 

  • 20-30 % der Patienten leiden an mittelschwerer bis schwerer Psoriasis5
  • Häufigste Form ist mit ca. 90 % die Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris)5
  • Ca. 75 % der Patienten erkranken vor dem 46. Lebensjahr1

 

 

Hoher Leidensdruck durch Schuppenflechte

Belastende Symptome, verletzende Reaktionen

Psoriasis ist eine entzündliche Erkrankung. Sie macht sich vor allem durch rötliche, schuppende Hautveränderungen (Plaques) bemerkbar. Typische Lokalisationen sind Ellenbogen, Knie, Rücken, Kopfhaut und Nägel (Nagelpsoriasis) sowie Hand- und Fusssohlen (Palmoplantare Psoriasis). Die Erkrankung tritt schubförmig und in unterschiedlichen Formen auf, es gibt kein einheitliches klinisches Bild. Eine Heilung gibt es nicht, aber gute Behandlungsmöglichkeiten.

Bis zu 40 % der Patienten haben eine chronisch entzündliche Arthritis (Psoriasis-Arthritis), die Gelenksverformungen und Behinderungen zur Folge haben kann.1

Weitere Komorbiditäten betreffen insbesondere das kardiovaskuläre System, den Stoffwechsel und die psychische Gesundheit. 

 

Psoriasis ist nicht ansteckend. Trotzdem hält sich dieses Vorurteil hartnäckig und ist ein häufiger Grund für Stigmatisierung und Diskriminierung.

 

 

 

 

 

Immunpathogenese der Psoriasis

Die Ätiologie der Psoriasis ist ungeklärt. Man geht von einer multifaktoriellen Krankheitsentstehung aus, bei der genetische Komponenten und individuelle Auslöser (innere und äussere Faktoren) eine Rolle spielen. Psoriatische Hautläsionen entstehen als Ergebnis dysregulierter Interaktionen von angeborenen und adaptiven Komponenten des Immunsystems mit kutanen Zelltypen. Dies wird vermittelt durch Zytokine wie zum Beispiel TNFα, Interleukin-17 (IL-17) und Interleukin-23 (IL-23).5

Die Erforschung der Immunpathogenese der Psoriasis hat zu mehreren spezifischen Therapien geführt, die auf spezifische Komponenten des Immunsystems abzielen. 

Zu den Faktoren, die Psoriasis auslösen können, zählen Infektionen, leichtes Trauma, Sonnenbrand, Medikamente, psychische Belastung und Stress.1

Psoriasis ist keine übertragbare Krankheit, sondern beruht auf einer Fehlsteuerung des Immunsystems. 

IFN-α = Interferon-alpha, TNF-α = Tumornekrosefaktor alpha, IL = Interleukin

 

Erfahren Sie mehr über Psoriasis in unserer Broschüre Psoriasis – Ein Überblick.

Das folgende Video „Was ist Psoriasis?“ erklärt die Erkrankung patientenfreundlich: 

 

 

Referenzen:

  1. WHO: „Globaler Bericht zur Schuppenflechte“. Autorisierte deutsche Übersetzung des „Global Report on Psoriasis“ der WHO 2016. https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/204417/9789241565189-ge..., Zugriff: 05.04.2021.
  2. Armstrong A, Jarvis S, Boehncke WH, et al. Patient perceptions of clear/almost clear skin in moderate-to-severe plaque psoriasis: results of the Clear About Psoriasis worldwide survey. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2018;32(12):2200-2207. doi:10.1111/jdv.15065
  3. Rantanen, T. Psoriasis. Swiss Med Forum 2019;19(33–34):562–564. https://doi.org/10.4414/smf.2019.08307
  4. Parisi R, Iskandar IYK, Kontopantelis E, et al. National, regional, and worldwide epidemiology of psoriasis: systematic analysis and modelling study. BMJ. 2020;369:m1590. Published 2020 May 28. doi:10.1136/bmj.m1590
  5. Boehncke WH, Schön MP. Psoriasis. Lancet. 2015;386(9997):983-994. doi:10.1016/S0140-6736(14)61909-7
CH2104197634
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