Migräne belastet im Alltag schwer

Bei der Migräne reduziert der rezidivierende Kopfschmerz, oft begleitet von Phono- und Photophobie, erheblich Alltagsfunktionalität und Lebensqualität1.

 

1 von 7 Menschen lebt mit Migräne2. Grösstenteils sind Erwachsene im Alter zwischen 35 und 45 Jahren erkrankt. In dieser Lebensphase sind Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer3.

Typisch sind Attacken von heftigen, häufig einseitigen pulsierend-pochenden Kopfschmerzen, die bei körperlicher Betätigung an Intensität zunehmen. Bei einem Drittel der Patienten bestehen holokranielle Kopfschmerzen. Wenn die Kopfschmerzen einseitig sind, können sie innerhalb einer Attacke oder von Attacke zu Attacke die Seite wechseln. Die Intensität der Migräneattacken kann von Attacke zu Attacke stark variieren. Nach der Definition der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft liegt die Dauer einer Attacke zwischen 4 und 72 Stunden1.

Migräne geht mit einem hohen Leidensdruck einher: Migräne ist die zweithäufigste Ursache für mit Behinderung gelebte Lebensjahre4. Während viele der altersassoziierten Leiden direkte Krankheitskosten generieren, sind die wesentlichen durch die Migräne verursachten Kosten indirekt, also durch den Arbeitsausfall der Patienten, bedingt.

Damit Patienten ihre Migräne-Schmerzen übersichtlich dokumentieren können, bietet sich die Verwendung eines Migränetagebuchs oder der App Migraine Buddy an.

Patienteninformationen von Migraine Action können für Ihre Patienten hilfreich sein.

 

Mehr als nur Kopfschmerzen

Die Attacken sind meist begleitet von:

  • Appetitlosigkeit (fast immer), Übelkeit (80 %), Erbrechen (40–50 %)
  • Lichtscheu (60 %), Lärmempfindlichkeit (50 %) und Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen (10 %)

Bei bis zu 82 % der Patienten finden sich Zeichen der Aktivierung des Parasympathikus, am häufigsten leichtes Augentränen5.

In etwa 15-25 % der Fälle kommt es zu Auraphänomenen. Damit werden reversible fokale neurologische Ausfälle, wie beispielsweise Gesichtsfeldausfälle (Flimmerskotome) oder Paresen, bezeichnet, die in der Regel nicht länger als eine Stunde anhalten.6

Bereits Tage vor und nach der akuten Kopfschmerzphase können die Patienten unter beeinträchtigenden Symptomen der Erkrankung leiden. Vorbotensymptome (Prodromi) der Migräne beinhalten in unterschiedlicher Kombination Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Nackensteifigkeit, Licht- oder Lärmüberempfindlichkeit, Übelkeit, Verschwommensehen, Gähnen oder Blässe1. Eine Migräneattacke gliedert sich in bis zu vier verschiedene Phasen, in denen der Funktionsstatus und die Lebensqualität der Patienten über mehrere Tage beeinträchtigt werden1,7.

 

Phasen eines Migräneanfalls1,7

Der zeitliche Verlauf eines Migräneanfalls

Adaptiert nach Blau 19927

 

 

Referenzen:

  1. Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS). The International Classification of Headache Disorders ICHD-3, 3rd edition. Cephalalgia 2018; 38: 1–211
  2. Steiner TJ, Stovner LJ and Birbeck GL. Migraine: The seventh disabler. Headache 2013; 53: 227–229.
  3. Lipton RB, Bigal ME, Diamond M, et al. Migraine prevalence, disease burden, and the need for preventive therapy. Neurology 2007; 68: 343–349
  4. GBD 2016 Disease and Injury Incidence and Prevalence Collaborators. Global, regional, and national incidence, prevalence, and years lived with disability for 328 diseases and injuries for 195 countries, 1990–2016: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2016. Lancet 2017;390(10100):1211–1259.
  5. Diener HC, Gaul C, Kropp P et al. Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, S1-Leitlinie, 2018, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 06.01.2019)
  6. Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft e.V.: Migräne. Abgerufen unter: http://www.dmkg.de/patienten/antworten-auf-die-wichtigsten-fragen-rund-u... (abgerufen am 13.05.2020).
  7. Blau JN. Migraine: theories of pathogenesis. Lancet 1992; 339: 1202-1207
CH2010222754
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