Fokus diabetisches Makulaödem 

Krankheitslast und Epidemiologie

Das diabetische Makulaödem (DME) ist eine der häufigsten Ursachen für einen schweren Sehverlust im Erwachsenenalter. Die Pathogenese der diabetischen Retinopathie ist multifaktoriell bedingt. VEGF, insbesondere die Unterform VEGF-A, ist von zentraler Bedeutung in der Entstehung der Erkrankung und fördert die Gefässproliferation sowie die Ödembildung. VEGF-Hemmer können diesen Effekten entgegenwirken. Mehr zur Behandlung erfahren Sie hier.

Bei 24-27 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes wird eine Retinopathie festgestellt.1,2 Ein klinisch signifikantes Makulaödem tritt bei ca. 15 % auf.2 Bei 2-16 %  der Menschen mit Typ-2-Diabetes ist die Retinopathie bereits zum Zeitpunkt der Diagnose vorhanden.3

Mechanismen wie vasoaktive Faktoren, lokale biochemische und anatomische Veränderungen sind für die Entstehung des diabetischen Makulaödems verantwortlich.4

Für Betroffene geht die Erkrankung mit hohen physischen und psychischen Belastungen einher und kann sich negativ auf die Lebensqualität auswirken.5 Verglichen mit chronischen Erkrankungen wie Glaukom, Asthma und Bluthochdruck ergab das DME sogar einen weitaus größeren Einfluss auf die Lebensqualität.6
 

DME-Patienten hatten signifikant schlechte* Werte in Lebensqualität-Tests; Vergleich der mittleren NEI-VFQ-25-Subskalenwerte

Modifiziert nach: Hariprasad SM et al.5

 

Risiko für Komorbiditäten

Diabetiker im erwerbsfähigen Alter mit DME haben eine signifikant höhere diabetesbedingte Komorbiditätslast (z. B. Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen) als entsprechende Nicht-DME-Diabetiker.7

Diabetiker mit DME haben eine höhere Komorbiditätslast; Alle diabetesbedingten und okulären Komorbiditäten traten bei DME-Patienten signifikant häufiger auf als bei Nicht-DME-Patienten (P < 0,05)

Modifiziert nach: Kiss S et al.7

 

Häufige Arztbesuche

Die sachgerechte Diagnose, rechtzeitige Intervention sowie eine intensive Behandlung und häufige Überwachung durch einen Augenarzt sind wesentlich, um das Risiko eines Fortschreitens der DME zu minimieren. Patienten sind auf regelmässige Arztbesuche und eine kontinuierliche Therapie angewiesen.3

Erkenntnisse aus der Praxis zeigen, dass eine rechtzeitige und vor allem intensive Therapie im ersten Jahr häufig nicht erreicht wird und im Mittel die Patienten nur 4,4 Injektionen im gesamten ersten Jahr erhalten.8 Dabei kann eine Unterbehandlung zu einem langfristigen Sehkraftverlust führen.9 

Die Therapietreue* bei Patienten mit DME ist gering

Modifiziert nach Weiss et al.10

 

Relevanz der Therapietreue

Im Kern einer Verbesserung der Compliance steht die Schulung der Patienten. Die Massnahmen sollten den Patienten dabei unterstützen, das individuelle Bewusstsein für die Erkrankung und die Heilung auf- und auszubauen. Durch eine verbesserte Therapietreue und somit kontinuierliche Überwachung der betroffenen Areale der Makula sowie eine intensive und regelmässige Behandlung durch den Augenarzt, können nachhaltig bessere Therapieergebnisse erreicht werden.11

Die Vermittlung von Basiswissen zur DME und seiner Therapie sollte in einer patientenzentrierten, verständlichen Sprache erfolgen und auf die wichtigsten Aspekte fokussieren. Dabei sollte individuell auf den Patienten und seine Situation eingegangen werden.11

 

Unmet need bei DME

Eine Verringerung des Behandlungsaufwands bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Sehfunktion der Patienten ist eines der wichtigsten Hindernisse, die es bei der Behandlung von DME zu überwinden gilt.6

Bei DME besteht ein hoher „unmet need“

 

 

Referenzen:

  1. Nationale VersorgungsLeitlinie Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes Langfassung 2. Auflage, 2015 Version 2. https://www.leitlinien.de/themen/diabetes/archiv/pdf/diabetes-netzhautko...
  2. Stadieneinteilung und Therapie der diabetischen Retinopathie und Makulopathie. Report Nr. 6 (2021). https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/IFdA...
  3. Hammes HP, Lemmen KD, Bertram B (2020) DDG-Praxisempfehlung: Diabetische Retinopathie und Makulopathie. Diabetologie 15: 175 – 180 
  4. Garweg, J., Wenzel, A. Diabetische Makulopathie und Retinopathie. Ophthalmologe 107, 628–635 (2010). https://doi.org/10.1007/s00347-010-2176-x. https://augenklinik-bern.ch/wp-content/uploads/2019/09/Ori_Diabetes_1120...
  5. Hariprasad SM et al. Vision-related quality of life in patients with diabetic macular oedema. Br J Ophthalmol. 2008 Jan;92(1):89-92. doi: 10.1136/bjo.2007.122416. Epub 2007 Jun 21. PMID: 17584999.
  6. Sivaprasad S, Oyetunde S. Impact of injection therapy on retinal patients with diabetic macular edema or retinal vein occlusion. Clin Ophthalmol. 2016 May 24;10:939-46. doi: 10.2147/OPTH.S100168. PMID: 27307696; PMCID: PMC4888735.
  7. Kiss S et al. Comorbidity and health care visit burden in working-age commercially insured patients with diabetic macular edema. Clin Ophthalmol. 2016 Dec 7;10:2443-2453. doi: 10.2147/OPTH.S114006. PMID: 27994438; PMCID: PMC5153291.
  8. Ziemssen F et al. OCEAN study group. Intravitreal Ranibizumab Therapy for Diabetic Macular Edema in Routine Practice: Two-Year Real-Life Data from a Non-interventional, Multicenter Study in Germany. Diabetes Ther. 2018 Dec;9(6):2271-2289. doi: 10.1007/s13300-018-0513-2. Epub 2018 Oct 4. PMID: 30288700; PMCID: PMC6250630.
  9. Lu AJ, Chen AJ, Hwang V, Law PY, Stewart JM, Chao DL. Analysis of Patient-Reported Barriers to Diabetic Retinopathy Follow-Up. Ophthalmic Surg Lasers Imaging Retina. 2019 Feb 1;50(2):99-105. doi: 10.3928/23258160-20190129-06. PMID: 30768217.
  10. Weiss M et al. COMPLIANCE AND ADHERENCE OF PATIENTS WITH DIABETIC MACULAR EDEMA TO INTRAVITREAL ANTI– VASCULAR ENDOTHELIAL GROWTH FACTOR THERAPY IN DAILY PRACTICE. Retina 2018 Dec;38(12):2293-2300. doi: 10.1097/IAE.0000000000001892.
  11. Gale R et al. Action on diabetic macular oedema: achieving optimal patient management in treating visual impairment due to diabetic eye disease. Eye (Lond). 2017 May;31(S1):S1-S20. doi: 10.1038/eye.2017.53. PMID: 28490797; PMCID: PMC5437340.
CH2203036627
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