Gesundheitswesen Schweiz: Was fehlt zur Spitze?

23. Novartis-Gesundheitsforum

Das Schweizer Gesundheitswesen schnitt in vergangenen Jahren im internationalen Vergleich gut ab – besonders aufgrund der hohen Qualität und einer hohen Dichte an Leistungserbringern. Das System geriet jedoch immer mehr unter Druck: zu komplex, zu wenig transparent, zu teuer. Dann kam COVID-19 und stürzte die Schweiz in eine ausserordentliche Lage.

Wo wird das Schweizer Gesundheitswesen nach der Krise stehen? Was braucht es, damit es den Anschluss an die Spitze nicht verliert? Inwiefern berücksichtigt das System den Wert einer Therapie?

Diese und weitere Fragen standen im Zentrum des 23. Novartis-Gesundheitsforums, das am 10. November 2021 in Bern stattfand. Entscheidungsträgerinnen und -träger kamen zusammen, um Konzepte und Denkansätze für die Weiterentwicklung des Schweizer Gesundheitswesens zu diskutieren.

  • Dr. Jérôme Cosandey, Directeur romand und Forschungsleiter Sozialpolitik bei Avenir Suisse, argumentierte für mehr Wertorientierung im Gesundheitswesen. Seine Botschaft: Wir sollten Patienten eher weniger wortwörtlich als «Erduldende» oder «Geduldige» sehen, sondern als Klienten, die mitbestimmen wollen, insbesondere was Therapieentscheidungen und Versicherungsart anbelangt. 
  • Daniela de la Cruz, CEO der Krebsliga Schweiz, wies in ihrem Referat darauf hin, dass der Pfad von Krebsbetroffenen stark von individuellen Bedürfnissen abhänge und über Therapien im engeren Sinne weit hinaus gehe. Weiter merkte de la Cruz an, wie wenig aktuelle epidemiologische Daten zu Krebs in der Schweiz zur Verfügung stünden.  
  • Pius Gyger, Gesundheitsökonom, stellte Thesen auf – darunter: Wir hätten weniger ein Finanzierungsproblem im Gesundheitswesen als ein Lastenverteil- und ein Tarifierungsproblem. Die einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen (EFAS) löse diese Probleme nicht und setze Fehlanreize, so Gyger. 
  • Dr. med. Florian Rüter, Leiter Qualitätsmanagement am Universitätsspital Basel, zeigte anhand von Praxisbeispielen auf, welchen Mehrwert der Einsatz von Patient Reported Outcome Measures (PROM) bringt. Der Titel seines Referats war Programm: «Patienten können das kranke Gesundheitssystem heilen – man muss sie nur fragen». 

 

Die Begrüssung gestaltete eine Vertretung der Novartis Pharma Schweiz AG: Silvia Schweickart, Vorsitzende der Geschäftsleitung, und Dr. Jan Depta, Head Value, Access & External Affairs. Durch den Anlass führe die Moderatorin Jeannine Borer. 

Die Slides der Speaker finden Sie hier zum Download.

Schauen Sie sich die Aufzeichnung des Gesundheitsforums an und erfahren Sie, wie die Speaker die Frage beantworten, was dem Gesundheitswesen zur Spitze fehlt:

 

 


eHealth und Gesundheitsdaten – wo stehen wir international?

Welche Gesundheitssysteme sind digital erfolgreich und wie kann ein Land Gesundheitsdaten verantwortungsvoll nutzen? Welche Hürden mussten in anderen Ländern genommen werden? Was bedeuten die Beispiele für die Schweiz und was können wir daraus lernen?

Am 11. November 2020 haben wir ein Webinar zu genau diesen Fragen durchgeführt. Schauen Sie sich die Aufzeichnung an: Es erwartet Sie ein Inputreferat mit Fokus auf Best Practice-Beispielen aus anderen Staaten von Dr. Rainer Thiel, Geschäftsführer und Leiter Digital Health des Forschungsinstituts «empirica». Moderator ist Thomas Brenzikofer von Basel Area DayOne; die Einführung stammt von Silvia Schweickart, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Novartis Pharma Schweiz AG.

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