Das Melanom ist ein aggressiver Tumor der Haut, der aus Melanozyten hervor geht.1 Melanome können in jedem anatomischen Bereich des Körpers auftreten, der Melanozyten aufweist. Das kutane Melanom, das sich aus epidermalen Melanozyten der Haut entwickelt, tritt am häufigsten auf.2 Gelegentlich können sich aber auch nichtkutane Melanozyten unkontrolliert teilen, wie diejenigen in der Uvea, in den Meningen und Atemwegen, dem Gastrointestinal- oder Urogenitaltrakt.2 Gewebe- und Umweltfaktoren tragen einzeln oder im Zusammenspiel zur Entstehung und Entwicklung des Melanoms bei. Zu den häufigsten Mutationen, die unter Melanomen identifiziert wurden, gehört die BRAF-Mutation.3 Diese löst eine Signalkaskade aus, wodurch die Zellproliferation gefördert und ein unkontrolliertes Tumorwachstum induziert wird.4

Mit rund 2’800 Neuerkrankungen jährlich und steigender Inzidenz ist das Melanom die fünfthäufigste Krebsart in der Schweiz.5 Obwohl das Melanom für 60% der Todesfälle durch Hautkrebs verantwortlich ist, nahm das Überleben in den letzten Jahren signifikant zu und beträgt zusammengenommen über alle Stadien 92% über 5 Jahre.6 Zu den Hauptrisikofaktoren für malignes Melanom gehören die UV-Lichtexposition, positive Familienanamnese, Nävi (grosse Anzahl Nävi, dysplastische Nävi oder angeborene Riesennävi), erhöhtes Alter, heller Hauttyp, berufliche UV-Exposition und Body-Mass-Index (BMI).7 Extrinsische Risikofaktoren, wie z. B. berufliche UV-Exposition, die Nutzung von Sonnenstudios, Medikamenteneinfluss und chemische Exposition können minimiert werden. Intrinsische Risikofaktoren wie genetische und phänotypische Veranlagung hingegen sind dem Patienten inhärent und nicht beeinflussbar. Deswegen ist es wichtig, Patienten mit erhöhtem Risiko zu identifizieren, um Verhalten und Exposition gegenüber extrinsischen Risikofaktoren anzupassen.7

Jeder von uns sollte regelmässige Selbstuntersuchungen der Haut durchführen und dabei die ABCD-Regel benutzen.5 Bei jedem bestehenden Nävus sollte folgendes beurteilt werden (Abbildung 1):

  • Asymmetrie: Eine Hälfte eines Nävus stimmt nicht mit der anderen überein.
  • Begrenzung: Die Ränder sind unregelmässig und unscharf.
  • Farbe (Color): Die Läsion weist Farbvariationen auf.
  • Dynamik: Veränderungen der Läsion über die Zeit.

 

Das wichtigste Warnsignal für ein Melanom ist ein Nävus, der der ABCD-Regel entspricht, ein neuer Nävus auf der Haut, oder ein Nävus, der anders aussieht als alle anderen auf der Haut. In dem Fall sollte eine dermatologische Untersuchung erfolgen.8

Abbildung 1: ABCD-Regel bei der Diagnose des Melanoms. A, Asymmetrie: Eine Seite des Leberflecks unterscheidet sich in der Form von der anderen; B, Begrenzung: Die Ränder sind unregelmässig und unscharf; C, Verschiedene Farbe (Color): Die Läsion weist Farbvariationen auf (schwarz, grau, braun, rot, weiss); D, Dynamik: Veränderung der Läsion über die Zeit (z. B. Grösse, Farbe) (adaptiert nach 9)

Die Diagnose «Melanom» lässt sich durch eine dermatologische Untersuchung und eine Exzisionsbiopsie mit anschliessender histologischer Begutachtung bestätigen.1,10 Wird ein Melanom diagnostiziert, dann muss es histopathologisch weiter klassifiziert werden (Abbildung 2). Ab einer Melanomdicke von 1 mm sollte immer eine Untersuchung des Wächterlymphknotens durchgeführt werden.11 Weiter muss das Stadium der Erkrankung gemäss der TNM-Klassifikation (Tumor, Nodi und Metastasen) nachgewiesen werden, mit zusätzlichen Untersuchungen bei Verdacht auf Metastasen.12 Die wichtigsten Prognosefaktoren des Primärtumors sind Dicke und Ulzeration. Gemäss den ESMO-Leitlinien sind Tests auf behandelbare Mutationen wie BRAF-V600 bei Patienten mit resezierbarem oder inoperablem Stadium III oder Stadium IV obligatorisch und werden nach einer Hochrisiko-Resektion im Stadium IIC dringend empfohlen.12

Abbildung 2: Histopathologische Typen des Melanoms (Adaptiert nach 9)

Die primären Melanome im Frühstadium können oft chirurgisch behandelt werden.12 Dabei wird eine breite lokale Exzision von Primärtumoren mit Sicherheitsrändern von 0,5 cm für in situ-Melanome, 1 cm für Tumore mit einer Dicke von bis zu 2 mm und 2 cm für dickere Tumoren empfohlen. Eine weiter fortgeschrittene Erkrankung erfordert je nach Stadium Lymphknotendissektion, Metastasenresektion oder Radiotherapie und systemische Behandlung mit Chemotherapie, Immuntherapie oder gezielter Therapie.11–13 Die systemische Behandlung von Melanomen erfolgt entweder als adjuvante oder palliative Behandlung metastatischer Erkrankungen. Die Art der systemischen Behandlung richtet sich nach dem pathohistologischen Stadium, biologischen Markern und dem Allgemeinzustand des Patienten. Zu den erfolgreichsten Behandlungen zählen zurzeit die Immuntherapie und die gezielte Therapie, die die Überlebensrate im letzten Jahrzehnt signifikant verbessert haben.14 Patienten mit Melanom sollten aufgrund der höheren Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens lebenslang überwacht werden.11–13

 


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CH2012174372
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