Asthma-Stufentherapie ab 12 Jahren1

Schrittweise zur optimalen Asthmakontrolle

Patienten mit diagnostiziertem Asthma sollen gemäss dem von der Global Initiative for Asthma (GINA) empfohlenem Stufenschema behandelt werden:

  • Basis ist eine Langzeittherapie mit niedrig dosierten inhalativen Kortikosteroiden (ICS) zur Entzündungshemmung. Diese reduziert die Symptome und das Risiko für Exazerbationen. 
  • Je nach Grad der Asthmakontrolle wird die Behandlung durch Gabe zusätzlicher Medikamente und/oder eine höhere Dosierung des ICS von Stufe zu Stufe intensiviert.
  • Welche Therapiestufe im Einzelfall nötig ist, wird immer wieder geprüft und gegebenenfalls angepasst.

 

Strategie bei schwer behandelbaren Fällen

Patienten mit schlechter Symptomkontrolle und/oder Exazerbationen trotz Behandlung in den Stufen 4 oder 5 sollten weitergehend untersucht werden, um die Asthmabehandlung zu optimieren. Wenn die Probleme fortbestehen oder die Diagnose unsicher ist, sollte eine phänotypische Beurteilung angestrebt und eine Zusatztherapie einschliesslich Biologika erwogen werden. 

 

 

GINA Guideline

Für eine optimale Versorgung von Asthmapatienten weltweit

Seit 1993 gibt die Global Initiative for Asthma (GINA) Empfehlungen zur Diagnostik, Einteilung und Therapie von Asthma heraus. Hervorgegangen ist das Netzwerk von Einzelpersonen, Organisationen und Vertretern der öffentlichen Gesundheit aus einem Workshop, den das National Heart, Lung and Blood Institute der USA zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranstaltet hatte. 

Ziel von GINA ist es, Informationen über die Versorgung von Asthmapatienten zu verbreiten und die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in eine verbesserte Asthmabehandlung zu ermöglichen. Der GINA Bericht zur „Global Strategy for Asthma Management and Prevention” wird seit 2002 jährlich aktualisiert und auf der GINA-Website in Form so genannter „Pocket Guides“ in mehreren Sprachen zum Download angeboten. 

Die Arbeit von GINA wird nur durch den Verkauf und die Lizenzierung von GINA-Berichten und anderen Veröffentlichungen sowie durch die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder des GINA-Ausschusses unterstützt.1 

 

 

Guideline 2019

Schluss mit SABA-Monotherapie2

Der Strategie-Bericht von 2019 enthält die wichtigste Veränderung in der Asthmabehandlung seit 30 Jahren: Jugendliche und Erwachsene sollen nicht mehr ausschliesslich mit einem kurzwirksamen Beta-2-Agonisten behandelt werden, auch nicht bei leichtem Asthma. So sollten Patienten mit mildem Asthma symptomgesteuert zusätzlich zu SABA immer ein inhalatives Kortikosteroid erhalten. Bei mildem Asthma gemäss GINA kann neben bedarfsgesteuerter Therapie auch alternativ eine kontinuierliche Therapie mit täglich zu inhalierendem inhalativem Kortikosteroid erwogen werden. 

Das geeignete therapeutische Vorgehen sollten Patienten mit ihrem Arzt besprechen. 

 

 

Personalisiertes Asthma-Management1

Die GINA-Guideline verfolgt bei der Asthmabehandlung langfristig die Ziele, das Risiko für Exazerbationen zu minimieren, die Symptome zu kontrollieren und unerwünschte Nebenwirkungen der Medikamente zu vermeiden. 

Nach Beginn der Asthmabehandlung basieren die weiteren Behandlungsentscheidungen auf einem personalisierten Kreislauf von Beurteilung, Anpassung der Behandlung und Überprüfung des Ansprechens. Eine einmal begonnene Therapie soll regelmässig beurteilt, und bei Bedarf angepasst werden. Anpassungen sollen anschliessend wieder überprüft werden. Die Anpassung der pharmakologischen Therapie erfolgt nach dem GINA-Stufenschema. 

Sobald eine gute Asthmakontrolle für drei Monate aufrechterhalten wurde, kann in Absprache mit dem behandelnden Arzt die Behandlung schrittweise zurückgenommen werden, um die niedrigste wirksame Behandlung des Patienten zu finden.1

Das Asthma-Management berücksichtigt nicht nur medikamentöse Therapien, sondern auch Strategien zur Behandlung modifizierbarer Risikofaktoren (z. B. Tabakentwöhnung, Gewichtsreduktion) oder die Überprüfung der Inhalationstechnik. 

 

Der Asthmabehandlungszyklus zur Verhinderung von Exazerbationen und zur Symptomkontrolle.

 

 

Referenzen:

  1. Global Initiative for Asthma (GINA). Global Strategy for Asthma Management and Prevention. 2020. (https://ginasthma.org/wp-content/uploads/2020/06/GINA-2020-report_20_06_...).
  2. Reddel HK, Fitzgerald JM, Bateman ED, et al. GINA 2019: a fundamental change in asthma management. Eur Respir J 2019; 53: 1901046, DOI: 10.1183/13993003.01046-2019 
CH2102242431
×

Ask Speakers

×

Medical Information Request