Massnahmen in der Therapie von Asthma bronchiale1

Von Atemtraining bis Stressmanagement

Ergänzend zur medikamentösen Therapie können nicht-medikamentöse Massnahmen dazu beitragen, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern. Allen Patienten mit Asthma wird eine strukturierte Schulung empfohlen, bei der sie Inhalations- und Atemtechniken üben können. Ausserdem erweitern sie hier das Wissen und die Kompetenzen für ein gutes Krankheitsmanagement und erfahren, wie sie Exazerbationen vorbeugen können und sich im Notfall verhalten sollten. 

Wichtige nicht-medikamentöse Strategien sind:1 

  • Atemtraining,
  • Meiden von Auslösern, 
  • Rauchen aufgeben, 
  • Körperliche Aktivität,
  • Gewichtsreduktion,
  • Stressmanagement.

 

Patienten sollten ihren Arzt zu geeigneten Therapiemöglichkeiten konsultieren. Diese wird in der Regel nach der Asthma-Stufentherapie eingeordnet. Mehr dazu finden Sie hier.

Atemübungen können eine nützliche Ergänzung zur Asthma-Pharmakotherapie sein und die Lebensqualität verbessern. Spezielle Atemtechniken zielen in der Regel darauf ab, durch bewusstes Ein- und Ausatmen zur Entspannung und Ruhe zu finden und besser Luft zu bekommen. Durch Anleitung von spezialisierten Physiotherapeuten können Asthma-Patienten atmungserleichternde Körperpositionen kennenlernen.

Arbeitsbedingtes Asthma2 

Im Falle eines berufsbedingten Asthmas ist die strikte Karenz gegenüber der ursächlichen Noxe (das heisst gegebenenfalls ein Arbeitsplatzwechsel oder eine Umschulung) die einzige erfolgversprechende (interventionelle) Therapiemassnahme. 

 

Analgetika-bedingtes Asthma1

Bei bestehender Intoleranz gegenüber Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und anderen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) sollten diese Analgetika möglichst vermieden werden.

 

Allergenkarenz1 

Bei Patienten mit allergischen Asthmas kann die Allergenkarenz hilfreich sein, sie wird allerdings nicht als generelle Strategie empfohlen, da der klinische Nutzen nicht einwandfrei nachgewiesen wurde und die Allergenvermeidung vor allem bei multiplen Allergien schwer durchführbar ist. Gute Evidenz gibt es für die Sanierung von Feuchtigkeit und Schimmel in Innenräumen. Dadurch lassen sich Asthmasymptome und der Medikamentenverbrauch nachweislich reduzieren. 

Milbendichte Matratzen- oder Bettbezüge scheinen bei Allergie gegen Hausstaubmilden vorteilhaft zu sein, bei einer nachgewiesenen Tierallergie sollte ein direkter und indirekter Kontakt mit den jeweiligen Tieren vermieden werden.

 

Ungünstige Luftschadstoffe1

Epidemiologische Studien belegen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Luftschadstoffen wie Ozon, Stickoxiden, sauren Aerosolen und Feinstaub und den Symptomen oder Exazerbationen von Asthmapatienten. Ungeachtet dessen müssen Patienten mit gut kontrolliertem Asthma nicht ihren Lebensstil umstellen, um ungünstige Aussenbedingungen zu meiden. Es kann aber hilfreich sein bei ungünstigen Umweltbedingungen (sehr kaltem Wetter, niedriger Luftfeuchtigkeit, hoher Luftverschmutzung) anstrengende Aktivitäten im Freien zu vermeiden. 

 

Zusätzlich zu den bekannten gesundheitlichen Risiken des Rauchens wie ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs, COPD und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkt sich Zigarettenrauchen auch ungünstig auf Symptomkontrolle und Krankheitsverlauf bei Asthma aus. Ebenfalls ungünstig ist Passivrauchen.

Rauchen ist bei Patienten mit Asthma assoziiert mit:

  • einem erhöhten Risiko für eine schlechtere Asthmakontrolle, 
  • einem erhöhten Risiko für Einweisungen ins Spital, 
  • einem schnelleren Rückgang der Lungenfunktion, 
  • einer geringeren Wirksamkeit inhalativer und oraler Kortikosteroide, 
  • einem erhöhten Sterberisiko infolge von Asthma.

 

Nach einer Raucherentwöhnung verbessert sich die Lungenfunktion und die Entzündung der Atemwege nimmt ab. Positiv wirkt sich auch eine reduzierte Passivrauchexposition aus. 

Regelmässige moderate körperliche Aktivität hat viele Vorteile für die Gesundheit, das gilt für die Allgemeinbevölkerung genauso wie für Menschen mit Asthma. Einen direkten Effekt auf die Lungenfunktion oder Asthmasymptome hat die sportliche Betätigung vermutlich nicht, aber eine insgesamt verbesserte Herz-Kreislauf-Fitness reduziert Atemnot, steigert das gesundheitliche Befinden und verbessert die Teilhabe am Leben.1 

Häufig meiden Asthmapatienten körperliche Anstrengung aus Angst vor belastungsinduzierten Symptomen. Wichtige Voraussetzung für die sportliche Betätigung von Patienten mit Asthma ist daher eine gut eingestellte medikamentöse Therapie.1

 


 Regelmässige moderate körperliche Aktivität verbesserte die Herz-Kreislauf-Fitness und steigert das gesundheitliche Befinden.

Adipositas kann:

  • die Asthmakontrolle erschweren,
  • das Risiko für Exazerbationen erhöhen,
  • den Effekt von inhalativen Kortikosteroiden reduzieren.

 

In einigen Studien verbesserte eine Gewichtsabnahme die Asthmakontrolle, die Lungenfunktion sowie den Allgemeinzustand, und der Medikamentenbedarf sank. Ganz entscheidende Verbesserungen wurden nach bariatrischen Operationen beschrieben. Bereits eine 5–10%ige Gewichtsabnahme mit Diät (mit oder ohne Sport) führt zu einer Verbesserung der Asthmakontrolle und der Lebensqualität. Eine Gewichtsabnahme bei adipösen Asthma-Patienten wird daher empfohlen.

Asthma ist keine psychosomatische Erkrankung. Dennoch kann sich Stress auf die Symptomatik auswirken. So kann emotionaler Stress zu Exazerbationen führen. Gefühlsausbrüche wie Lachen, Weinen, Wut oder Angst können in Verbindung mit einer Hyperventilation zu einer Verengung der Atemwege führen. Einen ähnlichen Effekt haben Panikattacken.

Patienten sollten daher darin unterstützt werden, Strategien zum Umgang mit emotionalem Stress zu finden, wenn dieser Asthmasymptome verschlimmert. Entspannungstechniken und Atemübungen können beim Stressmanagement hilfreich sein. 

 

 

Referenzen:

  1. Global Initiative for Asthma (GINA). The Global Strategy for Asthma Management and Prevention. 2020. (https://ginasthma.org/wp-content/uploads/2020/06/GINA-2020-report_20_06_...).
  2. Buhl R, Bals R, Baur X, et al. S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma. Pneumologie 2017; 71: 849–919.
CH2102242431
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