Migräneformen und Charakteristika

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Arten von Migräne. International durchgesetzt hat sich vor allem die Klassifizierung nach den IHS-Kriterien , die ihren Fokus auf die beiden häufigsten Formen „Migräne ohne Aura“ (früher auch als einfache Migräne bezeichnet) und „Migräne mit Aura“ legt.1 

Daneben kann zwischen einer 

  • Migräne der Augen,
  • menstrueller Migräne, 
  • abdomineller Migräne, 
  • hemiplegischer Migräne,
  • Migräne mit Hirnstammaura oder 
  • vestibulärer Migräne u.a. unterschieden werden.1

 

 

Mit oder ohne Aura: Migräne ist nicht gleich Migräne

Mit ca. 80% ist die „Migräne ohne Aura“ die häufigste Form der Erkrankung. Bei Kindern und Jugendlichen sind die Migränekopfschmerzen häufig noch beidseitig angelegt. Erst im Laufe der Zeit entwickelt sich dann bei den meisten Betroffenen das typische Erscheinungsbild des einseitigen Kopfschmerzes.1

Dem Typus „Migräne mit Aura“ gehen vorübergehende neurologische Symptome voraus oder begleiten die Kopfschmerzen. 90% der Patienten nehmen die Aura visuell als eine Art Zickzack-Figur wahr. Aber auch Sensibilitätsstörungen sind möglich. Die Aura tritt allerdings bei lediglich ca. 10-15% der Migräne-Patienten auf.1 

Oft ist auch die Sprache von einer episodischen Migräne und einer chronischen Migräne. Diese Klassifizierung richtet sich nach der Häufigkeit der Migräneattacken. Tritt der Kopfschmerz über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten an 15 oder mehr Tagen pro Monat auf und weist an mindestens acht Tagen monatlich Merkmale eines Migränekopfschmerzes auf, wird von einer chronischen Migräne gesprochen. Der überwiegende Teil der Betroffenen kommt allerdings auf weniger Kopfschmerztage und wird damit der Gruppe mit episodischer Migräne zugeordnet.1

Die meisten Patienten leiden an episodischer Migräne, wobei ein Übergang zur chronischen Migräne (und anders herum) möglich ist (mod. nach [1,2-4]).

 

 

 

Referenzen:

  1. Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS) The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia. 2018;38(1):1-211. doi:10.1177/0333102417738202. Abrufbar unter: https://ichd-3.org/de/ (letzter Zugriff am 16.10.2020)
  2. Katsarava Z, Buse DC, Manack AN, Lipton RB. Defining the differences between episodic migraine and chronic migraine. Curr Pain Headache Rep 2012; 16(1):86-92. doi: 10.1007/s11916-011-0233-z.
  3. Silberstein SD. Preventive Migraine Treatment. Continuum (Minneap Minn) 2015; 21(4):973–989. doi: 10.1212/CON.0000000000000199
  4. Lipton RB, Silberstein SD. Episodic and Chronic Migraine Headache: Breaking Down Barriers to Optimal Treatment and Prevention. Headache 2015; 55(Suppl 2):103-122.
CH2012163856
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