Von den Leitlinien zur Umsetzung:

Ein Blick auf die Behandlungsänderungen, die für eine bessere Reduzierung des kardiovaskulären Risikos erforderlich sind

 

«5 am Tag»

Täglich fünf Portionen Obst und Gemüse – so lautet die gängige Empfehlung und dies ist sicherlich ein guter Ausgangspunkt für eine gesunde Ernährung. Aber die meisten von uns führen nicht jeden Tag Buch über ihren Obst- und Gemüsekonsum, denn solange wir uns abwechslungsreich ernähren, tun wir wahrscheinlich schon genug für unsere Gesundheit.

Aber können wir es uns leisten, dies so locker zu sehen, wenn es um erhöhtes Low Density Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) geht?

Die Antwort lautet auf jeden Fall: Nein. Hohe LDL-C-Werte sind hauptverantwortlich für die hohen Zahlen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bis zum Jahr 2030 jährlich etwa 24 Millionen Menschenleben fordern werden.1 Jedes bisschen LDL-C, dem wir im Laufe unseres Lebens ausgesetzt sind, summiert sich und führt zu arterienverstopfender Plaquebildung, der sogenannten Atherosklerose.2,3

 

Eine Grenze, die wir nicht überschreiten dürfen

«5 am Tag» ist zwar eine nützliche Faustregel, die uns hilft, mehr auf unsere gesunde Ernährung zu achten, doch für den LDL-Cholesterinspiegel brauchen wir klare Grenzwerte, um tatsächlich etwas zu bewirken. Diese Grenzwerte sind in den Leitlinien zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen angegeben.

Wenn Patienten diese LDL-C-Werte überschreiten und sie über einen längeren Zeitraum hinweg erhöhte Werte haben, steigt ihr Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erheblich an.3

Mehr als 200 Studien mit über 2 Millionen Patienten haben gezeigt, dass bei hohen LDL-C-Werten nicht nur die Entwicklung von Atherosklerose beschleunigt wird, sondern auch das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses deutlich steigt.3

Aber es gibt nicht nur schlechte Nachrichten. Glücklicherweise ist LDL-Cholesterin ein beeinflussbarer Risikofaktor, und es gibt seit 25 Jahren Belege für den Nutzen und die Sicherheit einer Senkung des LDL-C, wobei Studien zeigen, dass bereits eine Senkung um 1 mmol/l das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse um 22 % verringern kann.3

Aus diesem Grund wird in den weltweiten Leitlinien zur Sekundärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen der Bekämpfung des LDL-C-Spiegels Vorrang vor anderen Risikofaktoren eingeräumt. Es wird empfohlen, dass Hochrisikopatienten, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben oder eine genetische Veranlagung für einen hohen Cholesterinspiegel haben, den LDL-C-Spiegel um mindestens 50 % auf unter 55 mg/dl (1,4 mM) senken.4

Es gibt jedoch ein Problem: Obwohl 94 % der Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Statinen behandelt werden,5 erreichen 80 % diese Ziele nicht.6

 

* dabei muss es sich nicht um Ereignisse vom selben Typ handeln

 

Hindernisse auf dem Weg zu niedrigen Werten

Warum also tun sich die Patienten so schwer? Eine Vielzahl von Faktoren spielt hier mit hinein. Wie Frau Professor Dr. Navar von der Duke University School of Medicine, USA, in ihrer Studie mit Patienten, die eine Erstlinientherapie zur Senkung des LDL-C-Spiegels erhielten, feststellte, erhalten die Patienten nicht immer die richtige Behandlung: «Selbst in der Sekundärprävention nahmen weniger als die Hälfte die in den Leitlinien empfohlene Statinintensität ein. Wir haben viele Patienten mit atherosklerotisch bedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesehen, die Statine in niedriger oder moderater Dosierung und nicht in der von der Leitlinie empfohlenen hohen Dosierung erhielten».

Erfolgreiche Behandlungspläne hängen zudem von der Motivation, dem Verständnis und der Zeit des Patienten ab,8 die in der Praxis oft knapp bemessen sind. Dies hat zur Folge, dass bis zu 50 % der Patienten ihre Statinbehandlung innerhalb eines Jahres nach Beginn abbrechen oder aber die Medikamente nicht regelmässig einnehmen.8

Aber selbst wenn den Patienten die maximale Dosis verschrieben wird und sie sich an die Einnahme halten, reichen die Statine allein oft nicht aus, um die Zielwerte zu erreichen.7

 

Was muss sich ändern?

Bei Hochrisikopatienten führt jeder Tag, an dem diese Werte nicht erreicht werden, zu einem Anstieg des LDL-C-Wertes, der diese Patienten möglicherweise einen Schritt näher an schwere oder sogar tödliche kardiovaskuläre Ereignisse heranbringt.3

Für diese Patienten müssen wir individuelle Behandlungspläne erstellen, die über Statine hinausgehen und ergänzende Therapien einschliessen. Diese Behandlungspläne müssen berücksichtigen, wie weit jeder einzelne Patient vom angestrebten LDL-C-Zielwert entfernt ist und welche Medikamente zur Verfügung stehen und inwieweit diese den LDL-C-Spiegel senken können. Anhand dieser Daten sollte dann jeder Patient eine Kombination von LDL-C-senkenden Medikamenten erhalten, die genau auf seinen individuellen Bedarf abgestimmt sind.4

Es besteht ein Bedarf an neuen ergänzenden Therapien, die den tatsächlichen Herausforderungen der Patienten besser gerecht werden. Wir brauchen insbesondere Medikamente, die den LDL-C-Wert deutlich senken, ohne dabei die Behandlungslast für den Patienten zu erhöhen.4

Und es ist von entscheidender Bedeutung, dass ein neuer Ansatz für die regelmässige Überwachung der Cholesterinwerte gewählt wird. Routinemässige Nachuntersuchungen sollten 4–6 Wochen nach jeder Behandlungsänderung stattfinden, um zu bestätigen, dass die Richtwerte erreicht wurden, und um gegebenenfalls eine Anpassung der Behandlung zu ermöglichen.4,7

Wenn es uns gelingt, dies zu erreichen, ist das vielleicht genau «der Apfel pro Tag», der Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Schach hält.

Was werden Sie also tun, um zur Umsetzung der Leitlinien beizutragen?

 

CH2206010930
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